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Seit Mitte der 1990er Jahre verzeichnet die deutsche Wirtschaft einen beständigen Anstieg der Arbeitsunfähigkeit wegen psychischer Erkrankungen. Inzwischen liegen psychische Erkrankungen sogar an erster Stelle für den vorzeitigen Verlust der Erwerbsfähigkeit. Jeder Dritte Arbeitnehmende klagt, am Limit zu arbeiten und sich erschöpft zu fühlen. Jeder Fünfte erlebt typische Symptome der Burnout-Phasen. Nach Schätzung von Krankenkassen und Gesundheitsexperten sind rund 13 Millionen Arbeitnehmende vom Burnout-Syndrom betroffen. Grund genug, nach HInweisen zu suchen, an denen sich frühzeitig ein drohender Burnout erkennen lässt.

Denn niemand gerät von heute auf Morgen in einen Burnout, es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der oft über mehrere Jahre gehen kann. Psychologen und Fachärzte versuchen daher schon seit einiger Zeit, diese Entwicklung in einem Phasen-Modell darzustellen. Je nach Ansatz und Detailgenauigkeit kommen sie dabei zu unterschiedlich vielen und auch unterschiedlich beschriebenen Phasen. Grob jedoch lassen sich in allen Modellen drei grundlegende Burnout-Phasen ausmachen.

Burnout-Phase 1: zunehmende überforderung

Die erste Burnout-Phase lässt sich am besten als zunehmende Überforderung beschreiben, obwohl sie so nicht empfunden wird. Denn es besteht in dieser Zeit eine hohe Leistungsbereitschaft verbunden mit der Bereitschaft, Arbeitszeiten auszudehnen. Der Preis dafür: freiwillige Vernachlässigung der eigenen Bedürfnisse, z.B. Verzicht auf Freizeitaktivitäten, Hobbies und Sport, zunehmende Vernachlässigung von Familie und Freunden. Man will ja schließlich Erfolg haben oder den Erfolg nicht gefährden. Doch dadurch entfallen mehr und mehr die notwendigen Regenerationsphasen.

  • das Abschalten zu Hause wird immer schwieriger
  • außerberufliche Interessen werden mehr und mehr aufgegeben
  • soziale Kontakte werden reduziert
  • Erschöpfung macht sich breit, die über das normale Maß von Müdigkeit hinausgeht
  • Schlafstörungen und diffuse Schmerzen treten auf
  • Es wird keine rechte Freude mehr empfunden
  • Gereiztheit nimmt zu, ebenso Negativismus und Rücksichtslosigkeit
  • Konflikte werden häufiger, Unzufriedenheit macht sich breit

Burnout-Phase 2: Desorientierung

 

Die zweite Burnout-Phase kann als Desorientierung beschrieben werden. Das zeigt sich einerseits in veränderten Werten und andererseits in der Verleugnung der Gesamtsituation. Es läuft ja alles! Die Phase des Hamsterrades. In dieser Phase ist Erholung kaum noch möglich, die körperliche und seelische Erschöpfung wächst. Der Konsum an Suchtmitteln steigt (Kaffee, Alkohol, Medikamente, Drogen). Schlafmangel, diffuse Schwerzen wie Kopf- und Rückenschmerzen, Herz-Kreislaufprobleme senken den Leistungspegel und erzeugen mehr und mehr Angst vor den Folgen. Der empfundene Mangel an Zeit und das empfundene Unverständnis der Umgebung verstärken den Rückzug und die aggresive Grundstimmung.

  • Soziale Kontakte werden z.B. nicht mehr als Bereicherung und Entspannung erlebt, sondern nur noch als Anforderung
  • Partnerschaftsprobleme häufen sich
  • Betroffene sind beratungsresistent und wehren sich aggressiv gegen entsprechende Hinweise
  • Sarkasmus und Zynismus nehmen zu, ebenso Misstrauen und Argwohn

Burnout-Phase 3: Zusammenbruch

 

War bisher Ärger das Leitsymptom, ist es nun in der dritten Burnout-Phase die Angst. Bitterkeit nimmt zu sowie die Angst vor Versagen und das Gefühl, den Anforderungen nicht mehr gewachsen zu sein.

  • Selbstzweifel treten verstärkt auf
  • ein Gefühl von Leere und Sinnlosigkeit macht sich breit
  • ohne weitere Warnhinweise kippt es dann um in die völlige seelische und körperliche Erschöpfung
  • mit Nervenzusammenbruch, schweren Depressionen und suizidalen Gedanken

Kommt es soweit, ist ein Klinikaufenthalt erforderlich mit anschließender ambulanter Psychotherapie. Die Arbeits-unfähigkeit kann ein Jahr und länger andauern. Steuern Sie deshalb rechtzeitig entgegen!

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